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Vereinsaktivitäten der letzten Jahre

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Im Jahr 2017 fanden bei der Berliner Mikroskopischen Gesellschaft unter anderem ein Mikrotomie-Workshop und ein Workshop zur Herstellung histologischer Präparate statt, eine Exkursion nach Helgoland und ins Untere Odertal, Vorträge über Amöben, leuchtende Dinoflagellaten, selbstgebaute Foto-Apparaturen und viele weitere Themen.

Mikrotomie Workshop

  • Schlittenmikrotom
  • Mikrotomschlitten ölen
  • Mikrotomschnitt
  • Mikrotomschnitt

Im Februar 2017 leiteten Martina und Günther Zahrt einen Mikrotomie-Workshop, der am Freitag mit einer theoretischen Einführung begann und am Wochenende mit praktischen Übungen fortgesetzt wurde. Zu dem Workshop brachten sie in Paraffin eingebettete Pflanzenteile oder Tiergewebe mit. Damit der Paraffinblock nicht zu weich ist, sollte der Paraffinblock zum Schneiden kühl sein (etwa 17° Celsius). Hierzu wurden zum Beispiel Eiswürfel oder ein Lüfter benutzt. Zum Schneiden der Paraffinblöcke standen drei Schlittenmikrotome zur Verfügung. Bei einem Schlittenmikrotom gleitet eine Klinge horizontal auf einer geölten Schiene entlang. Der Paraffinblock wird durch Zahnräder und Gewinde einige Mikrometer nach oben gehoben, so dass die Klinge nur einen dünnen Teil des Blocks abtrennt (etwa 25 Mikrometer). Dabei ist es sinnvoll möglichst die gesamte Klingenlänge zu nutzen.

  • Mikrotomschnitte
  • Mikrotomschnitte mit Pinsel abnehmen
  • Streckbad
  • Wärmeplatte

(für Bildtitel mit Maus auf die Bilder)

Die Mikrotomschnitte wurden mit Pinseln von der Klinge abgenommen. Damit sich die Schnitte nicht zusammenrollen, sollten sie beim Schneiden angepustet werden. Mit dem Pinsel wurden die Schnitte in ein Streckbad mit entmineralisiertem Wasser bei etwa 43° Celsius geglättet - die glänzende Seite des Schnitts sollte möglichst unten schwimmen. Zur Vorbereitung des nächsten Schritts sollte ein Objektträger mit einem mehrfach gewaschenen Leinentuch ordentlich gereinigt und mit einem Gravurstift die Oberseite des Objektträgers markiert werden. Der Schnitt konnte jetzt aus dem Streckbad mit senkrecht eingetauchtem Objektträger entnommen werden. Anschließend wurde auf einer Wärmeplatte bei etwa 50° Celsius der Objektträger getrocknet. Die Schnitte sollten möglichst lang - zum Beispiel über Nacht - getrocknet werden, da sie sonst beim Färben vom Objektträger wegschwimmen.

  • Entparaffinieren mit Xylol
  • Schnitte färben

Als nächstes wurde mit zweimal Xylol jeweils 10 Minuten das Paraffin aus den Schnitten geholt und anschließend das Präparat über eine absteigende Alkoholreihe in destilliertes Wasser überführt (je 5 Minuten in 100%, 100%, 90%, 70%, 50%, 30% Isopropanol).

Je nach Gewebe konnten jetzt die Schnitte mit den entsprechenden Farbstoffen gefärbt werden. Für Pflanzenschnitte bot sich die Wacker-Färbung oder zum Beispiel Etzold-Blau an. Dabei verbrachten die Schnitte einige Minuten in der Färbelösung, die danach mit Wasser abgespült wurde. Anschließend wurde das wässrige Präparat durch Isopropylalkohol entwässert, der Alkohol vom Objektträger gekippt und schließlich der Schnitt mit Euparal oder Eukitt eingedeckt, so dass er haltbar wurde.

Nicht zu vergessen: der Objektträger sollte ordentlich beschriftet werden, so dass auch in einigen Jahren noch klar ist, welches Gewebe auf dem Objektträger zu sehen ist und womit gefärbt wurde.

  • Schnitte mikroskopieren
  • Abschluss Mikrotomiewochenende
  • Mohnkapsel, Etzold-Blau-Färbung
  • Clematis, Wacker-Färbung

(zum Vergrößern auf die oberen Bilder klicken)

Danke an Martina und Günther Zahrt für die aufgewendete Zeit und die Einblicke ins Herstellen von Präparaten.


Exkursion nach Helgoland

  • Helgoland Robbe
  • Boot
  • Gruppe in Helgoland
  • Helgoland Felsen
  • Helgoland Mikroskopieren
  • Helgoland Mikroskopieren

Im April leitete Wolfgang Bettighofer wieder eine Exkursion nach Helgoland. Die Anreise gestaltete sich dieses Jahr etwas schwieriger. Aufgrund des stürmischen Wetters war der Fährverkehr am Donnerstag von Büsum aus eingestellt, so dass ein Teil der Gruppe auf ein Kleinflugzeug umsteigen musste bzw. andere Teilnehmer erst am Freitag auf die Insel gelangten. Wie in den vergangenen Exkursionen auf Helgoland konnten wir im Gästehaus des Alfred-Wegener-Instituts übernachten und unsere Mikroskopieausrüstung im Kurssaal aufbauen. Parallel zu unserem Aufenthalt befand sich im Nachbarkurssaal eine Gruppe von Studenten und deren Dozenten, die sich mit ökologischen Fragestellungen beschäftigten und uns eine Reihe von Wasserproben, Tieren und Pflanzen zur Beobachtung überließen, die sie im Felswatt gesammelt hatten, zu dem wir keinen Zugang hatten. Während des Aufenthalts hatten wir wieder genügend Gelegenheit das Meeresplankton zu studieren. Natürlich kamen auch die Wanderungen über die Insel nicht zu kurz, bei denen wir dieses Mal sogar einen Schwarzbrauenalbatros beobachten konnten. Ebenso war auch der Besuch der Düne angesagt, wo sich die vielen Kegelrobben und Seehunde als tolle Fotomotive präsentierten. Und einige aus unserer Gruppe hatten Glück und konnten rote Feuersteine als Andenken mit nach Hause nehmen. Die Woche auf Helgoland war wieder sehr kurzweilig, sehr gelungen und kann jedem Mikroskopiebegeisterten nur empfohlen werden.


Amöben

  • Amöben Vortrag
  • Amöben Vortrag

Ende April 2017 erzählte Eckhard Völcker über Amöben, wovon sie sich ernähren und wie die Schale von einigen Amöben aufgebaut ist. Während seines Vortrags zeigte er seine Aufnahmen aus dem Rasterelektronenmikroskop, von denen einige auch auf seiner Website Penard.de zu sehen sind.


Exkursion ins Untere Odertal

  • Unteres Odertal
  • Unteres Odertal tümpeln
  • Unteres Odertal tümpeln
  • Unteres Odertal mikroskopieren
  • Unteres Odertal mikroskopieren
  • Unteres Odertal mikroskopieren

Im Mai 2017 leitete Prof. Dr. Ulrich Szewzyk seine jährliche Exkursions ins Untere Odertal. Neben Fahrradtouren wurde wieder getümpelt und mikroskopiert.


Biolumineszenz mariner Dinoflagellaten

Im September berichtete Dr. Günther Kalnowski über Biolumineszenz von Organismen und vertiefend einiger Dinoflagellaten. Biolumineszenz ist die Fähigkeitkeit von Lebewesen selbst oder mit Hilfe von Symbionten Licht zu erzeugen. Das Wort Dino in Dinoflagellaten stammt nicht aus dem Altgriechischen wie bei Dinosaurier (schreckliche Echse) sondern vom Griechischen "dinos" für "wirbelnd". "Flagellum" ist Latein und bedeutet "Geißel". Dinoflagellaten besitzen zwei Geißeln - eine zur Vorwärtsbewegung und eine Geißel zur Drehung - daher der Name.

Organismen benutzen Biolumineszenz zum Anlocken, zur Tarnung, zur Verwirrung und Kommunikation. Die Lumineszenz ist nur kurzlebig. Durch mechanische Stimulation, wie zum Beispiel Schütteln, geben einige Dinoflagellaten blaues Licht ab - wie das folgende Video zeigt.

Das blaue Licht im Bereich von 450 bis 490 Nanometern Wellenlänge (siehe Farbspektrum) scheint unter Wasser gut sichtbar zu sein. Unter anderem ist dieses blaue Leuchten als Meeresleuchten bekannt und auch an Ufern zu sehen, wenn Wellen brechen. Das folgende Bild wurde von Mike Sauder unter der Creative Commons BY-SA 2.0 Lizenz veröffentlicht.

Dr. Günther Kalnowski brachte neben einigen Proben von Dinoflagellaten auch seine Technik zur Forschung aus den 1990er Jahren mit.

  • Kalnowski
  • Kalnowski mit Technik aus den 1990er Jahren

(zum Vergrößern auf die oberen Bilder klicken)


Führung durch die Ehrenberg-Sammlung des Museums für Naturkunde

  • vorm Naturkundemuseum
  • Sammlung von Ehrenberg
  • Sammlung von Ehrenberg
  • Zeichnung von Ehrenberg
  • Sammlung von Ehrenberg
  • Radiolarien von Ehrenberg

(zum Vergrößern auf das obere rechte Bild klicken)

Im Oktober führte Dr. David Lazarus die Berliner Mikroskopische Gesellschaft durch die Sammlung von Christian Gottfried Ehrenberg im Museum für Naturkunde in Berlin. Die Präparate wurden auf Glimmer und mit Kanada-Balsam konserviert. Zum besseren Auffinden unter dem Mikroskop hat Ehrenberg kleine Ringe benutzt. Nach der Ehrenberg-Sammlung durften wir noch einige Blicke in die Labore des Naturkundemuseums werfen.


Herstellung histologischer Präparate (Färbung, Einbettung)

  • histologische Färbungen
  • botanische Färbungen
  • Tafelbild Präparation
  • Alkoholreihe
  • Färbeschalen
  • Wärmeplatten
  • beim Färben
  • beim Beschriften

Im November 2017 leitete Günther Zahrt einen Workshop zum Herstellen histologischer Präparate. Dabei fingen wir im Gegensatz zum Workshop im Februar bereits mit fertigen Paraffinschnitten an. Das Paraffin wurde aus den Schnitten mit "Roticlear" entfernt (ähnlich wie Xylol). Über eine absteigende Alkoholreihe wurde der Schnitt in destilliertes Wasser überführt, gefärbt, die Farbe mit Wasser abgespült, das Wasser mit Isopropylalkohol verdrängt und der Schnitt mit "Euparal" eingedeckt. Schließlich wurde das Deckglas mit einem schweren Gegenstand wie einer Metallschraube beschwert und das Präparat auf einer Wärmeplatte getrocknet. Unter anderem wurden die:

  • H.E. Färbung (Hämalaun 5 min. - Bläuen 5 min. - Eosin 5 min.)
  • Azan Färbung (Kernechtrubin 5 min. - PWS 5 min. - Azan 10 min.)
  • Gieson Färbung (Eisenhämatoxylin 10 min. - Bläuen 5 min. - Gieson 10 min.)
  • Etzold Färbung (Etzold 10 min.)

verwendet. Dank der sehr guten Vorbereitung durch Günther Zahrt gab es sogar Aufkleber mit fertigen Beschriftungen für die Objektträger.

Vielen Dank an Günther Zahrt für den Workshop und die wunderbaren Präparate, die die BMG Mitglieder mitnehmen konnten.


Fotografische Versuche im vor-mikroskopischen Vergrößerungsbereich

  • Samen
  • Mohnkörner
  • Beleuchtung mit Angel Eyes
  • Angel Eyes mit Kamera
  • Baldachin
  • handgeschnitzte Fotoapparatur

Im Dezember beehrten uns Rolf Albert aus Lübeck und Dr. Erich Lüthje aus Kiel. Sie präsentierten ihre selbstgebauten Apparate zur Beleuchtung in der Makrofotografie. Während Erich Lüthje eine selbstgesägte Holzkonstruktion vorstellte, zeigte Rolf Albert seine Metallkonstruktion aus einem Mikroskopstativ, einem Gelenkarm von Neewer und die Beleuchtung mit "Angel Eyes". Angel Eyes sind die Standlichtringe, die zum Beispiel in BMWs eingebaut werden. Um das Licht zu reflektieren wurde ein abgesägter Baldachin von einer Lampe benutzt, der innen mit Aluminiumfolie ausgekleidet wurde.


Eindrücke von weiteren Vorträgen

  • Darmciliat
  • Mikroskopie am Aquariumsglas
  • Vortrag Algen bei der Gewässerbewertung
  • Nordseeplankton in der Stereolupe
  • Gliazellen
  • Fächerflügler
  • Vortrag über Schwämme
  • Wellinghorst

(für Bildtitel mit Maus auf die Bilder)

Aufgrund der Vielzahl von Vorträgen und Exkursionen sei hier nur auf einige weitere hingewiesen - wie zum Beispiel Renate Radek mit ihrem Vortrag über Regenwürmer und die in ihnen enthaltenen Darmciliaten mit Haken (Metaradiophyra). Anton Zajac experimentierte mit USB-Mikroskopen, die mit einem Tablet verbunden waren, ob sie zum Beispiel für die Schule oder zum Mikroskopieren am Aquarium ausreichen. Dr. Ute Mischke berichtete im Januar über "Algen bei der Gewässerbewertung" und im Oktober über "Bestimmung von Mikroalgen". Im März brachte Thomas Fromm Nordseeplankton zum Mikroskopieren unter der Stereolupe mit. Prof. Dr. Dieter Weiß warf mit uns einen "Blick in die Nervenzelle". Dr. Hans Pohl eröffnete im November "Einblicke in die Biologie und das Verhalten der Fächerflügler (Insecta, Strepsiptera)". Im Juni blickte Dr. Jörg Hammel mit Licht- und Röntgenmikroskopie ins Innerste von Schwämmen und Oberstudienrat Rolf Wellinghorst berichtete über Gewässerökologie und Mikroskopie in der Schule.

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben.

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