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Im Veranstaltungsprogramm des Jahres 2024 gab es unter anderem Vorträge über Spinnen, Kragengeißeltierchen, Salonpräparate, eine Exkursion ins Untere Odertal, Makroaufnahmen im Korallenmeer und vieles mehr.
Das Jahr 2024 begann mit einem Vortrag von Nicole Pfaffmann über die "Bestimmung von heimischen Spinnen". Nach einigen Ausführungen über die Anatomie von Spinnen konnten im praktischen Teil Webspinnen unter der Stereolupe und unter dem Mikroskop betrachtet werden. Unter anderem gab es die Pedipalpen (Mundwerkzeuge) und Spinnwarzen von Araneus (Kreuzspinne) zu sehen. Es gibt mehr als 1000 Webspinnenarten in Deutschland.
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Im März 2024 erzählte uns Dr. Frank Nitsche von der Universität zu Köln "alles, was Sie schon immer über Choanoflagellaten wissen wollten, aber nie zu fragen wagten". Der deutsche Name für Choanoflagellaten ist Kragengeißeltierchen. Wie der Name Kragengeißeltierchen vermuten lässt, besitzen diese mit nur 10 µm sehr kleinen Einzeller einen "Kragen" aus fadenförmigen Zellfortsätzen (Mikrovilli) und eine Geißel, mit der Nahrung herbeigestrudelt werden kann. Unter dem Mikroskop sind Choanoflagellaten eher im Phasenkontrast mit 40er Objektiv oder 100er Objektiv zu erkennen. Teilweise ist nur die Hülle aus Silikat (Lorica) zu sehen, die durch Pseudopodien (Scheinfüßchen) zusammengesetzt wurde. Auch wenn die Morphologie einiger Kragengeißeltierchen sehr ähnlich ist, kann die Genetik unterschiedlich sein. Choanoflagellaten ernähren sich von Bakterien durch Phagozytose.
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Matthias Burba aus Hamburg besuchte uns im April 2024 und brachte seine Sammlung einzigartiger Salonpräparate von Johann Diedrich Möller mit. In seinem Vortrag zeigte er mikroskopische Legepräparate von Henry Dalton, Eduard Thum und Johann Diedrich Möller. Bei einigen Legepräparaten wurden Kieselalgen oder Schmetterlingsschuppen benutzt, die mit Borstenhaaren von Hand so arrangiert wurden, dass sie geometrische Formen oder künstlerische Bilder ergaben. Diese Legepräparate wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Salons wie dem Berliner Knoblauchhaus von Menschen unterschiedlichster Bevölkerungsschichten unter dem Mikroskop betrachtet.
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Anfang Mai fuhren wieder einige Mitglieder der Berliner Mikroskopischen Gesellschaft für eine Woche in die Wildnisschule ins Untere Odertal bei Schwedt. Durch die Vorbereitung von Dr. Regine Szewzyk und Prof. Dr. Ulrich Szewzyk konnten neben Planktonproben auch Aufwuchspräparate mikroskopiert werden. 2024 gab es Anfang Mai nach subjektiver Wahrnehmung von der Anzahl weniger Sauginfusorien als im Vorjahr Mitte Mai. Dieses Jahr wurden zusätzlich Wasserproben aus renaturierten Söllen bei Felchow genommen und mikroskopisch untersucht (auch Eiszeitloch oder Toteis-Loch genannt). Neben der Mikroskopie unternahmen wir Ausflüge zum Beispiel in die unter Naturschutz stehenden Müllerberge, wo wir uns die Pflanzenwelt des Trockenrasens ansahen.
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Michael Plewka brachte uns Ende Mai seine "Makroaufnahmen im Korallenmeer" mit, die von Tauchgängen aus dem Korallendreieck bei Indonesien und den Philippinen stammen. Seine Fotos vermittelten einen Eindruck von der großen Vielfalt an Farben und Formen der Meereslebewesen. Korallen können sowohl durch Photosynthese als auch durch Kalzifikation Kohlendioxid binden ("Blue Carbon"). Michael Plewka brachte einige Skelette von Korallen mit, die er vor 40 Jahren sammelte, als die Einfuhr noch möglich war und die Bestände noch nicht gefährdet waren. Unter der Stereolupe konnten wir unter anderem das Skelett einer roten Orgelkoralle betrachten.
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Aufgrund der Vielzahl von Vorträgen und Veranstaltungen sei hier nur auf einige weitere hingewiesen - wie zum Beispiel "Schleimpilze" von Dr. Andrea Berger und Dr. Michael Berger. Im Juni beteiligte sich die Berliner Mikroskopische Gesellschaft am "Langen Tag der Stadtnatur" und mikroskopierte am Wochenende zusammen mit Gästen Aufwuchspräparate, Plankton und Wasserflöhe in einer Küvette.